Mörk Borg

Rotblack Sludge – Schmetterlinge, ein alter Mann und jede Menge schlechte Entscheidungen

Erinnerungen an meine ersten Ausflüge in die sterbende Welt von MÖRK BORG.

Ein Dungeon aus Papier

Es gibt Rollenspielabende, an die erinnert man sich noch Jahre später. Nicht unbedingt wegen besonders dramatischer Kämpfe oder spektakulärer Würfelergebnisse. Sondern wegen der Dinge, die Spieler tun, wenn man sie einfach machen lässt.

Bei mir gehört Rotblack Sludge dazu.

Ich habe dieses Einstiegsabenteuer für MÖRK BORG mehrfach geleitet. Ganz klassisch am Tisch, mit Würfeln, Figuren und einer ausgedruckten Dungeonkarte.

Damals hatte ich die Karte auf mehreren DIN-A4-Blättern ausgedruckt und anschließend zusammengeklebt. So lag der Dungeon tatsächlich vor uns auf dem Tisch.

Dazu kamen kleine Holzfiguren, die ich bei einem Drittanbieter entdeckt hatte. Keine aufwendigen Miniaturen, sondern einfache kleine Holzmännchen.

Das reichte vollkommen.

Manchmal braucht es eben keine digitale Spielplatte, keinen Beamer und keine Spezialeffekte. Ein paar Blätter Papier, Figuren und Spieler mit ausreichend schlechten Ideen genügen.

Die Sache mit den Schmetterlingen

Gleich am Eingang von Rotblack Sludge gab es Schmetterlinge.

Eigentlich eine Kleinigkeit.

Die meisten Spieler nahmen sie zur Kenntnis und beschäftigten sich mit den Dingen, die in einem Dungeon vermutlich wichtiger waren.

Aber einer meiner Spieler hatte eine andere Idee.

Er fing die Schmetterlinge ein.

Nicht etwa, weil er sie besonders hübsch fand oder eine Sammlung anlegen wollte. Nein, er wollte sie später benutzen, um sich damit zu heilen.

Ich weiß noch, dass mir genau solche Momente an MÖRK BORG gefallen haben.

Man bereitet einen Dungeon vor, überlegt sich, wie man die Räume beschreibt, und dann beschäftigt sich jemand ausgerechnet mit den Schmetterlingen.

Herrlich.

Der alte Mann

Und dann war da noch dieser alte Mann in einem der Räume.

Ich habe Rotblack Sludge mit unterschiedlichen Gruppen gespielt, und gerade an dieser Begegnung konnte man wunderbar beobachten, wie verschieden Spieler reagieren.

Manche ignorierten ihn einfach.

Andere verprügelten ihn.

Das war's.

Dieselbe Situation, dieselbe Ausgangslage, aber völlig unterschiedliche Entscheidungen.

Als Spielleiter sitzt man da und stellt fest, dass man zwar den Dungeon vorbereitet hat, aber ganz sicher nicht die Spieler.

Und genau das macht Rollenspiel für mich aus.

Warum ausgerechnet MÖRK BORG?

MÖRK BORG hat mich von Anfang an angesprochen.

Diese völlig überdrehte, düstere Welt. Die ungewöhnliche Gestaltung. Der schwarze Humor. Und nicht zuletzt die sympathischen Menschen hinter dem Spiel.

Was ich als Spielleiter außerdem sehr angenehm fand: Ich musste nicht ständig selbst würfeln.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, machte für mich aber einen großen Unterschied.

Ich konnte mich darauf konzentrieren, die Welt zu beschreiben, auf die Ideen meiner Spieler zu reagieren und zuzusehen, wie sie sich immer tiefer ins Elend manövrierten.

Und das taten sie ausgesprochen zuverlässig.

Was vom Weltuntergang übrig bleibt

Wenn ich heute an meine damaligen MÖRK-BORG-Runden denke, erinnere ich mich nicht zuerst an irgendwelche Spielwerte.

Ich sehe die zusammengeklebten DIN-A4-Blätter vor mir. Die kleinen Holzfiguren. Den Spieler mit seinen eingefangenen Schmetterlingen.

Und natürlich den alten Mann, der je nach Gruppe einen ausgesprochen unterschiedlichen Abend erlebte.

Das sind die Geschichten, die bleiben.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich jetzt wieder Lust bekommen habe, mich mit MÖRK BORG zu beschäftigen und diese Fanseite aufzubauen.

Die Welt mag dem Untergang geweiht sein.

Aber ein paar gute Geschichten lassen sich vorher bestimmt noch erzählen.

DIE WELT STIRBT. SPIEL WEITER.